Die Kunstsammlung der Katholischen Universität Lublin "Johannes Paul II" im Zamoyski-Museum zu Kozłówka bei Lublin. Sonderausstellung.

 

Ex Thesauro Universitatis - plakat w pliku jpgDie Anfänge der Kunstsammlungen der Katholischen Universität Lublin sind mit dem Kanoniker Jan Władziński – dem großen Patrioten, ehrenamtlich tätigen Bürger und Pionier der Idee des Schutzes und der Renovierung von Denkmälern der Vergangenheit - verbunden, der 1932 seine ca. 4000 Objekte umfassende Kollektion der Universität schenkte. Die Universität verpflichtete sich ihrerseits alle Gegenstände mit besonderer Sorgfalt zu pflegen, zu schützen und zu konservieren. Der Senat der Universität rief sofort das Museum ins Leben, benannte es mit dem Namen des Stifters und ernannte ihn selbst zum ehrenamtlichen Kustoden der Sammlung. 1938 wurde die Sammlung durch den weltberühmten Ägyptologen Prof. Kazimierz Michałowski  (1901-1981) mit einer Schenkung altertümlicher Objekte bereichert. Es waren vor allem Figuren und Gefäße aus den von ihm geführten Ausgrabungen im ägyptischen Edfu. 

 

Diese kunstreiche Periode endete mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Schon im Dezember 1939 wurde die Sammlung von der Gestapo „sichergestellt“ und gilt seit dieser Zeit als verschollen.

 

Die musealen Traditionen gerieten an der Katholischen Universität Lublin nach dem Krieg jedoch nicht in Vergessenheit. Dank dem großen Engagement der nächsten Rektoren sowie der Großzügigkeit der kirchlichen Institutionen und der Privatsammler gelang es innerhalb der letzten 60 Jahre fast 1700 Objekte zusammen zu tragen.

 

In der Nachkriegsgeschichte nimmt insbesondere eine großzügige Schenkung der Erzdiözese Wrocław (Breslau) einen besonderen Platz ein, die 26 Beispiele der schlesischen Plastik aus dem Mittelalter und der Neuzeit sowie die „Abgabe“ der religiösen Bildwerke für wissenschaftliche Zwecke durch die Zentrale Leitung der Museen und des Denkmalschutzes des Kulturministeriums umfassten, die zu jener Zeit im Zentralen Musealen Depot in Kozłówka hinterlegt wurden.

 

Die endgültige Form der Sammlung wurde  aber vor allem durch Schenkungen von Tadeusz und Olga Litawiński aus Zakopane, von Tadeusz und Stanisława Witkowski aus Lublin sowie von Joanna Gliwa aus Warschau geschaffen, dank welchen wir jetzt über hervorragende Gemälde und Skizzen der berühmtesten polnischen Maler der Jahrhundertwende verfügen. Besonders bemerkenswert sind hier die Werke von Jan Matejko, Piotr Michałowski, Józef Chełmoński, Włodzimierz Tetmajer, Jacek Malczewski, und Jerzy Kossak.

 

Die Sonderausstellung im Zamoyski-Museum zu Kozłówka bietet also eine einzigartige Gelegenheit, diese hervorragende, bisher kaum ausgestellte Sammlung kennen zu lernen. Ihrer Aufmerksamkeit bieten wir insbesondere Gemälde und Skulpturen Alter Meister, darunter absolute Highlights, zum Beispiel eine Gebirgslandschaft mit Lot und seinen Töchtern – das Spätwerk des berühmten manieristischen Malers Marten van Valckenborch und die spätgotische Figur der sog. Goldenen Katharina von der Breslauer Katternecke, aus der Werkstatt von Jacob Beinhart, welcher zu Beginn des 16. Jahrhunderts tätig war.

 

BILDERGALERIE

 

Die Schirmherrschaft über die Ausstellung übernahm der Erzbischof von Lublin – Stanisław Budzik. 

 

Die Ausstellung dauert vom 12. April bis 31. August 2013.

 

Krzysztof Przylicki
Kurator der Ausstellung

 

   

 

Autor: Andrzej Zykubek
Ostatnia aktualizacja: 08.04.2013, godz. 03:34 - Andrzej Zykubek